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Vorwort Königreich Preussen

Zum Ende des 18. Jahrhunderts befanden sich die preußischen Jagdgebiete in einem beklagenswerten Zustand. Jahrzehntelang betriebener Raubbau ließ nicht nur die Wälder lichter werden, sondern auch den Wildbestand. Die Ursachen des Rückgangs beim Wild waren nicht nur in der jagdlichen Misswirtschaft der zurückliegenden 60 Jahre zu suchen, sondern für die Zeit von 1806 bis 1812 auch verstärkt in der Besetzung durch französische Truppen. Sie vernichteten aber den Wildstand nicht allein. Übereinstimmend wird der hemmungslosen Wilderei die Hauptschuld in der Besatzungszeit gegeben.
Als im Zuge der Befreiungskriege von 1813 bis 1815 die Landwehr in Preußen gegründet wurde, konnte jeder Untertan in den Besitz eines Gewehres gelangen. Eine Maßnahme, die zur Verteidigung gedacht war, wendete sich jetzt gegen den Wildbestand. Eine Registrierung oder der Nachweis eines Befähigungsnachweises zum Führen einer Waffe war nicht vorgesehen. Dadurch verblieb ein Großteil der Waffen nach dem Krieg in privater Hand. Das führte in den darauffolgenden Jahrzehnten zu einer ungehemmten Wilderei und nach 1848 zu einer dramatischen Verringerung der preußischen Hochwildbestände.
Nach den Befreiungskriegen begann sich das Königreich Preußen wieder zu stabilisieren und es gewann im Ausland zunehmend an Bedeutung. Prunkvolle Hofjagden waren in Preußen seit dem Regierungsantritt des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1688, 1713-1740) unbekannt. Das preußische Herrscherhaus übte in dieser Zeit sein Jagdrecht mehr zur Versorgung der Residenzen in Berlin, Königsberg und Potsdam aus, als sich mit Jagdstrecken zu rühmen.



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Königreich Preußen

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